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7 Lektüren

Das Gute sehen

Sieben Lesungen über Empfangen, Erinnern und Weitergeben. Eine Dankbarkeit, die auch Mangel und schwere Tage ernst nimmt.

DEIN BEGLEITER BEIM BIBELLESENLESEN. NACHDENKEN. ZURÜCKKEHREN.

IN DIESEM PLAN

Dein Tempo, dein Ort.

Übe, darauf zu achten, was dir zugewiesen wurde, erinnere dich ehrlich daran und lasse Dankbarkeit zu einer Güte werden. Hier gibt es Platz für schwierige Tage ebenso wie für ihre Gaben.

Jede Lesung enthält den Abschnitt, eine kurze Anleitung und eine Frage. Lies einmal das Ganze zur Gesamtbildung, kehre zu einem Detail zurück und gib deiner eigenen Antwort etwas Raum. Dein Fortschritt bleibt in diesem Browser.

DEINE LEKTÜRE

Die Lesungen

01Psalmen 103:1–5 · L1912Das Gute erinnern

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 1912Psalmen 103:1–5

1Ein Psalm Davids. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

2Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:

3der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,

4der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit,

5der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Der Beter fordert sich selbst auf, Gottes Wohltaten nicht zu vergessen. Die aufgezählten Gaben betreffen Vergebung, Heilung, Rettung, Erbarmen und erneuerte Kraft. Dank beginnt hier mit Erinnerung und umfasst mehr als günstige äußere Umstände. Halte beim Lesen inne, wo eine Gabe eine eigene Erinnerung weckt. Wenn ein Wort eher Sehnsucht oder Schmerz auslöst, darf auch das benannt werden. Der Psalm muss nicht zur Beschreibung deiner gegenwärtigen Lage umgeschrieben werden.

ZUM NACHDENKEN

Welche der genannten Gaben erinnert dich an erfahrene Hilfe? Welche bleibt für dich gerade eine Bitte?

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02Jakobus 1:16–18 · L1912Ein Geschenk annehmen

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 1912Jakobus 1:16–18

16Irret nicht, liebe Brüder.

17Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von obenherab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichtes und der Finsternis.

18Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Jakobus spricht von guten Gaben und dem Vater, bei dem kein wechselndes Licht ist. Die Geburt durch das Wort der Wahrheit gehört ebenfalls in diesen Abschnitt. Lies diese Worte vor dem Hintergrund der vorherigen Unterscheidung: Versuchung zum Bösen wird nicht Gott zugeschrieben. Das Gute im eigenen Leben hat oft eine Vorgeschichte aus Fürsorge, Arbeit und geschenkten Möglichkeiten. Nimm eine solche Vorgeschichte wahr, statt nur auf dein eigenes Ergebnis zu schauen.

ZUM NACHDENKEN

Welche gute Gabe hast du nicht allein hervorgebracht? Wessen Beitrag dazu möchtest du heute ausdrücklich würdigen?

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03Lukas 17:11–19 · L1912Umkehren und danken

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 1912Lukas 17:11–19

11Und es begab sich, da er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa.

12Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne

13und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser!

14Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein.

15Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er geheilt war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme

16und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter.

17Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?

18Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling?

19Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Zehn Menschen bitten Jesus aus der Entfernung um Erbarmen. Alle werden auf ihrem Weg zu den Priestern rein; einer kehrt um, lobt Gott und dankt Jesus. Lukas nennt ihn ausdrücklich einen Samariter, und Jesus bezeichnet ihn als Fremden. Dankbarkeit bekommt hier Richtung, Stimme und eine Begegnung. Achte darauf, dass der Dankende nicht nur kurz zurückblickt, sondern seinen Weg unterbricht und zu dem zurückkehrt, dem sein Dank gilt.

ZUM NACHDENKEN

Wem gilt ein Dank, den du bisher nur gedacht hast? Was genau möchtest du dieser Person sagen?

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04Kolosser 3:12–17 · L1912Gemeinsam dankbar sein

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 1912Kolosser 3:12–17

12So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;

13und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr.

14Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

15Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe; und seid dankbar!

16Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singt dem HERRN in eurem Herzen.

17Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des HERRN Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Paulus stellt Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld wie Kleidung vor, die eine Gemeinschaft anlegen soll. Vergebung und Liebe verbinden diese Haltung mit konkreten Beziehungen. Dankbarkeit kehrt mehrfach wieder: im gemeinsamen Frieden, im Singen und in Wort und Tat. Lies die Begriffe als Beschreibung eines gemeinsamen Lebens. Es geht nicht nur um ein dankbares Gefühl, sondern auch darum, wie Menschen mit den Schwächen anderer umgehen.

ZUM NACHDENKEN

Welche der genannten Haltungen braucht eine deiner Beziehungen gerade? Wie könnte sie im nächsten Gespräch hörbar oder sichtbar werden?

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051. Thessalonicher 5:16–24 · L1912Raum mitten im Schwierigen

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 19121. Thessalonicher 5:16–24

16Seid allezeit fröhlich,

17betet ohne Unterlaß,

18seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch.

19Den Geist dämpfet nicht,

20die Weissagung verachtet nicht;

21prüfet aber alles, und das Gute behaltet.

22Meidet allen bösen Schein.

23Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt Seele und Leib müsse bewahrt werden unsträflich auf die Zukunft unsers HERRN Jesu Christi.

24Getreu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Die kurzen Aufforderungen zu Freude, Gebet und Dank stehen neben der Aufgabe, alles zu prüfen und am Guten festzuhalten. Der Abschnitt endet mit Gottes Treue. Dankbarkeit bedeutet deshalb nicht, jede Stimme ungeprüft anzunehmen oder Schädliches gutzuheißen. Versuche, zwei Sätze nebeneinander zu schreiben: einen über das, was schwer ist, und einen über etwas Gutes, das darin oder daneben vorhanden ist. Keiner muss den anderen aufheben.

ZUM NACHDENKEN

Was möchtest du heute weder verharmlosen noch übersehen? Formuliere einen ehrlichen Satz zur Belastung und einen zum Guten.

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06Psalmen 104:24–30 · L1912Die Welt wahrnehmen

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 1912Psalmen 104:24–30

24HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

25Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere.

26Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, daß sie darin spielen.

27Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.

28Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt.

29Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.

30Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du erneuest die Gestalt der Erde.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Der Psalm schaut auf das Meer und seine vielen Lebewesen. Alle sind auf Nahrung und Atem angewiesen; das Gedicht verschweigt auch Tod und Vergänglichkeit nicht. Erneuerung erscheint als Gabe Gottes an eine gemeinsame, vielfältige Welt. Verweile heute bei einem Lebewesen oder einem Stück deiner Umgebung. Welche Versorgung braucht es, die du sonst kaum bemerkst? Staunen kann auch in eine kleine, konkrete Form von Fürsorge münden.

ZUM NACHDENKEN

Welche Abhängigkeit des Lebens macht dir der Psalm bewusst? Wie möchtest du darauf mit Aufmerksamkeit oder Fürsorge antworten?

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07Philipper 4:10–20 · L1912Dankbarkeit wird Fürsorge

BIBELTEXT · L1912

BIBELTEXT · LUTHERBIBEL 1912Philipper 4:10–20

10Ich bin aber höchlich erfreut in dem HERRN, daß ihr wieder wacker geworden seid, für mich zu sorgen; wiewohl ihr allewege gesorgt habt, aber die Zeit hat's nicht wollen leiden.

11Nicht sage ich das des Mangels halben; denn ich habe gelernt, worin ich bin, mir genügen zu lassen.

12Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; ich bin in allen Dingen und bei allen geschickt, beides, satt sein und hungern, beides, übrighaben und Mangel leiden.

13Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.

14Doch ihr habt wohl getan, daß ihr euch meiner Trübsal angenommen habt.

15Ihr aber von Philippi wisset, daß von Anfang des Evangeliums, da ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir geteilt hat nach der Rechnung der Ausgabe und Einnahme als ihr allein.

16Denn auch gen Thessalonich sandtet ihr zu meiner Notdurft einmal und darnach noch einmal.

17Nicht, daß ich das Geschenk suche; sondern ich suche die Frucht, daß sie reichlich in eurer Rechnung sei.

18Denn ich habe alles und habe überflüssig. Ich habe die Fülle, da ich empfing durch Epaphroditus, was von euch kam: ein süßer Geruch, ein angenehmes Opfer, Gott gefällig.

19Mein Gott aber fülle aus alle eure Notdurft nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in Christo Jesu.

20Gott aber, unserm Vater, sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext

Paulus beschreibt, wie er mit Sattsein und Hunger, Überfluss und Mangel umzugehen gelernt hat. In diesem Zusammenhang spricht er von der Kraft durch Christus. Gleich danach würdigt er ausdrücklich die Hilfe der Gemeinde: Seine Genügsamkeit macht ihre Unterstützung nicht überflüssig. Zum Abschluss gehören Empfangen und Weitergeben zusammen. Denke an eine Hilfe, die dich getragen hat, und an eine Möglichkeit, selbst verlässlich für jemanden da zu sein.

ZUM NACHDENKEN

Welche empfangene Hilfe möchtest du würdigen? Welche konkrete Unterstützung kannst du selbst geben, ohne mehr zu versprechen, als du tragen kannst?

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