7 Lektüren
Ruhe finden
Sieben Lesungen über Sorgen, Grenzen und Vertrauen. Entdecke den Zusammenhang bekannter Friedensworte und finde einen nächsten Schritt für deinen Alltag.

IN DIESEM PLAN
Dein Tempo, dein Ort.
Gehe vom Fürsorgebild des Hirten zum Wort Jesu, mit Raum, um Sorgen, Grenzen und den Bedarf an Ruhe zu nennen. Die Lesungen bieten eine Möglichkeit, diese Erfahrungen in das Gebet einzubringen, ohne sie als einfache Dinge zu verhüllen.
Jede Lesung enthält den Abschnitt, eine kurze Anleitung und eine Frage. Lies einmal das Ganze zur Gesamtbildung, kehre zu einem Detail zurück und gib deiner eigenen Antwort etwas Raum. Dein Fortschritt bleibt in diesem Browser.
DEINE LEKTÜRE
Die Lesungen
01Psalmen 23:1–6 · L1912Ein Ort zum Ausruhen
BIBELTEXT · L1912
1Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
2Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.
5Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Der Psalm führt von grünen Weiden durch ein dunkles Tal zu einem gedeckten Tisch. Das Tal und die Feinde verschwinden nicht aus dem Bild der Fürsorge. Achte besonders auf den Wechsel der Anrede: Zunächst erzählt der Beter von Gott; im Tal spricht er ihn direkt an. Aus dem Reden über Gott wird ein Gespräch mit ihm. Lies den Psalm noch einmal und bleibe bei dem Bild, das deiner Lage am nächsten kommt.
ZUM NACHDENKEN
An welchem Bild bleibst du hängen? Formuliere daraus einen ehrlichen Satz an Gott, ohne deine Lage schöner zu machen.
02Matthäus 6:25–34 · L1912Genug für heute
BIBELTEXT · L1912
25Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung?
26Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?
27Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget?
28Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
29Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins.
30So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen?
31Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden?
32Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.
33Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.
34Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Jesus spricht hier über Nahrung, Kleidung und den morgigen Tag – echte Bedürfnisse. Die Vögel und Blumen lenken den Blick auf die Fürsorge des Vaters. Zugleich fragt Jesus, was Sorge tatsächlich bewirken kann, und verweist auf Gottes Reich und Gerechtigkeit als Ausrichtung. Unterscheide beim Lesen zwischen einem Schritt, den du heute tun kannst, und einer Zukunft, die du heute nicht sichern kannst. Der Abschnitt muss nicht dazu benutzt werden, dir wegen deiner Sorgen Vorwürfe zu machen.
ZUM NACHDENKEN
Welche Sorge betrifft eine heutige Aufgabe, welche eine ungewisse Zukunft? Benenne einen möglichen Schritt und etwas, das du offenlassen musst.
03Johannes 14:25–27 · L1912Frieden mittendrin
BIBELTEXT · L1912
25Solches habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin.
26Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.
27Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Jesus spricht diese Worte im Abschiedsgespräch mit seinen Jüngern. Der kommende Beistand soll sie lehren und an Jesu Worte erinnern; sein Friedenszuspruch steht also neben der Frage, wie es ohne seine sichtbare Gegenwart weitergeht. Lies die Verse über Erinnern und Frieden zusammen. Welches Wort von Jesus möchtest du bewahren, wenn dir eine Veränderung Angst macht? Du kannst es notieren, ohne sofort eine Lösung für die Veränderung zu haben.
ZUM NACHDENKEN
Was verbindet Jesus hier mit dem Frieden, den er gibt? Welches seiner Worte möchtest du durch eine bevorstehende Veränderung mitnehmen?
04Philipper 4:4–9 · L1912Worauf du achtest
BIBELTEXT · L1912
4Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!
5Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! der HERR ist nahe!
6Sorget nichts! sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.
7Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu!
8Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach!
9Welches ihr auch gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Paulus verbindet Bitten und Danken mit der Bewahrung von Herz und Gedanken. Danach nennt er Dinge, denen die Gemeinde Aufmerksamkeit schenken soll, und fordert sie zum Handeln auf. Der Abschnitt reicht vom Gebet bis zur gelebten Praxis. Probiere diese Bewegung aus: Benenne zuerst eine konkrete Bitte, dann etwas Wahres oder Gutes, das daneben ebenfalls besteht. Überlege zuletzt, welche Handlung dazu passt. Schwieriges muss dabei nicht verschwiegen werden.
ZUM NACHDENKEN
Welche Bitte, welcher Grund zum Dank und welche konkrete Handlung gehören heute für dich zusammen?
05Psalmen 46:1–11 · L1912Ein verlässlicher Zufluchtsort
BIBELTEXT · L1912
1Ein Lied der Kinder Korah, von der Jugend, vorzusingen. Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
2Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,
3wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. (Sela.)
4Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.
5Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen.
6Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt.
7Der HERR Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. (Sela.)
8Kommet her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch zerstören anrichtet,
9der den Kriegen steuert in aller Welt, den Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.
10Seid stille und erkennet, daß ich GOTT bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden.
11Der HERR Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. (Sela.)
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Psalm 46 spricht von bebender Erde, wütenden Völkern und zerbrochenen Waffen. Seine Aufforderung zur Stille steht mitten in diesem großen Bild von Gottes Macht und Zuflucht. Sie ist mehr als ein Tipp für einen ruhigen Moment. Achte auf die wiederkehrende Zusage, dass Gott mit seinem Volk ist. Was verändert sich, wenn du den bekannten Vers über Stille zusammen mit den Versen über Krieg und dessen Ende liest?
ZUM NACHDENKEN
Welche Bedrohungen benennt der Psalm, und welche Zusage wiederholt er? Was möchtest du angesichts deiner eigenen Unruhe vor Gott bringen?
061. Petrus 5:6–11 · L1912Du darfst die Last benennen
BIBELTEXT · L1912
6So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit.
7Alle Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.
8Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge.
9Dem widerstehet, fest im Glauben, und wisset, daß ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.
10Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen.
11Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Die Einladung, Sorgen auf Gott zu werfen, steht zwischen Worten über Demut und Wachsamkeit. Der Brief erinnert außerdem daran, dass andere Glaubende ebenfalls leiden. Vertrauen wird hier weder als Alleingang noch als Sorglosigkeit beschrieben. Gib einer Belastung einen konkreten Namen. Überlege dann, was du im Gebet abgeben und welche Hilfe du von einem Menschen annehmen kannst. Beides darf zusammengehören.
ZUM NACHDENKEN
Welche Sorge möchtest du aussprechen? Wen könntest du um eine konkrete Form von Unterstützung bitten?
07Matthäus 11:28–30 · L1912Ein sanfter Weg weiter
BIBELTEXT · L1912
28Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
29Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Jesus lädt Belastete ein, zu ihm zu kommen, sein Joch aufzunehmen und von ihm zu lernen. Ein Joch gehört zur Arbeit; die Ruhe, von der er spricht, wird mit seiner Art zu führen verbunden: sanftmütig und von Herzen demütig. Blicke auf die Woche zurück. Welcher Anspruch an dich ist hart und unerbittlich? Überlege, wie ein nächster Schritt aussehen könnte, der dem beschriebenen Wesen Jesu entspricht.
ZUM NACHDENKEN
Was möchtest du nach dieser Woche anders tragen oder lernen? Benenne einen kleinen Schritt, der Raum für Sanftmut lässt.