7 Lektüren
Jesus begegnen
Sieben Begegnungen mit Jesus: seine Einladung, sein Blick auf Menschen und sein Ruf zur Liebe. Mit Orientierung im Text und Fragen für deinen eigenen Weg.

IN DIESEM PLAN
Dein Tempo, dein Ort.
Treff Jesu an durch spezifische Begegnungen. Beobachte, wie Menschen auf ihn zugehen, was er von ihnen verlangt und wie sich die Szene verändert. Notiere bei jeder Lesung eine Beobachtung und eine Frage.
Jede Lesung enthält den Abschnitt, eine kurze Anleitung und eine Frage. Lies einmal das Ganze zur Gesamtbildung, kehre zu einem Detail zurück und gib deiner eigenen Antwort etwas Raum. Dein Fortschritt bleibt in diesem Browser.
DEINE LEKTÜRE
Die Lesungen
01Markus 1:14–20 · L1912Eine Einladung
BIBELTEXT · L1912
14Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes
15und sprach: Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
16Da er aber am Galiläischen Meer ging, sah er Simon und Andreas, seinen Bruder, daß sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer.
17Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!
18Alsobald verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
19Und da er von da ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, daß sie die Netze im Schiff flickten; und alsbald rief er sie.
20Und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Schiff mit den Tagelöhnern und folgten ihm nach.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Markus stellt Jesu Botschaft an den Anfang: Gottes Reich ist nahe; Menschen werden zur Umkehr und zum Glauben an die gute Nachricht gerufen. Danach trifft Jesus zwei Brüderpaare bei ihrer Arbeit. Der Ruf zur Nachfolge bekommt Namen, Netze und einen Ort. Achte darauf, was die Fischer verlassen und wem sie sich anschließen. Die Erzählung beschreibt eine neue Bindung, nicht nur ein neues Wissen über Religion.
ZUM NACHDENKEN
Welche Bewegung steckt in Jesu Einladung? Was möchtest du an ihm kennenlernen, bevor du deine eigene Antwort formulierst?
02Lukas 15:1–7 · L1912Ein Einzelner zählt
BIBELTEXT · L1912
1Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten.
2Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen.
3Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:
4Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, so er der eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er's finde?
5Und wenn er's gefunden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden.
6Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.
7Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Das Gleichnis antwortet auf eine Beschwerde: Jesus empfängt Sünder und isst mit ihnen. Der Hirte sucht das verlorene Schaf, trägt es nach Hause und ruft andere zur Freude. Das Finden mündet in ein gemeinsames Fest. Lies die erste und die letzte Reaktion nebeneinander: Murren und Freude. Die Geschichte fragt damit auch die Zuhörenden, ob sie die Freude über einen wiedergefundenen Menschen teilen wollen.
ZUM NACHDENKEN
Was unterscheidet die Beschwerde am Anfang von der Freude am Ende? Bei wem fällt es dir schwer, dich über einen Neuanfang mitzufreuen?
03Johannes 3:16–21 · L1912Liebe kommt entgegen
BIBELTEXT · L1912
16Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
17Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde.
18Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
19Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
20Wer arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden.
21Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Der bekannte Satz über Gottes Liebe steht neben Worten über Rettung, Glauben und Licht. Der Blick geht weiter als ein einzelner Trostvers: Der Text fragt, warum Menschen das Licht meiden und was es bedeutet, in die Wahrheit zu kommen. Halte beim Lesen die Initiative Gottes und die Antwort des Menschen nebeneinander. Liebe wird als Ausgangspunkt genannt; das Licht macht zugleich sichtbar, wie jemand lebt.
ZUM NACHDENKEN
Was sagt der Text über Gottes Absicht mit der Welt? Wo fällt es dir schwer, etwas ehrlich ans Licht zu bringen?
04Matthäus 5:1–12 · L1912Ein überraschender Segen
BIBELTEXT · L1912
1Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm,
2Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.
4Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.
11Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen.
12Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Am Anfang der Bergpredigt spricht Jesus Trauernden, Sanftmütigen, Barmherzigen und Menschen mit Hunger nach Gerechtigkeit Segen zu. Die Verheißungen richten den Blick auf Gottes Handeln; die Seligpreisungen sind keine Rangliste menschlichen Erfolgs. Wähle eine Zeile und lies sie genau: Wem gilt sie, und was wird zugesagt? Lass ihre beiden Teile zusammenstehen, bevor du sie auf dein Leben beziehst.
ZUM NACHDENKEN
Welche Seligpreisung verändert deinen Blick auf Stärke oder Erfolg? Wen könntest du dadurch anders wahrnehmen?
05Lukas 10:25–37 · L1912Ein Nächster werden
BIBELTEXT · L1912
25Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?
26Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie lieset du?
27Er antwortete und sprach: “Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst.”
28Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben.
29Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: “Wer ist denn mein Nächster?”
30Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen.
31Es begab sich aber ungefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber.
32Desgleichen auch ein Levit; da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber.
33Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein,
34ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Öl und Wein und hob ihn auf sein Tier und führte ihn in die Herberge und pflegte sein.
35Des anderen Tages reiste er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.
36Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war?
37Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihn tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen!
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Ein Gesetzeslehrer fragt, wer sein Nächster sei. Jesus erzählt von einem Verletzten und einem Samariter, der anhält, Wunden versorgt, Transport und Unterkunft organisiert und die Kosten trägt. Am Ende dreht Jesus die Frage: Wer ist dem Verletzten zum Nächsten geworden? Die Geschichte verschiebt den Blick von der Abgrenzung einer zuständigen Personengruppe auf das eigene barmherzige Handeln. Beachte, wie viele praktische Schritte zur Hilfe gehören.
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Welche konkrete Hilfe leistet der Samariter? Wo könntest du selbst zum Nächsten werden, und welche Unterstützung bräuchtest du dafür?
06Johannes 15:1–12 · L1912Verbunden bleiben
BIBELTEXT · L1912
1Ich bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Weingärtner.
2Eine jeglich Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jegliche, die da Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe.
3Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
4Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir.
5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
6Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen.
7So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
8Darin wird mein Vater geehrt, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger.
9Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe!
10So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.
11Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.
12Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Im Bild von Weinstock und Reben kommt die Frucht aus der Verbindung mit Jesus. Er erläutert das Bleiben durch seine Worte, seine Liebe und das Halten seiner Gebote. Die Lesung endet mit dem Auftrag, einander so zu lieben, wie er die Jünger geliebt hat. Frage deshalb nicht nur nach deiner Leistung. Frage auch, was die Verbindung nährt und welche Form von Liebe daraus für einen bestimmten Menschen wachsen könnte.
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Wie erklärt Jesus selbst das Bleiben? Welche konkrete Form könnte seine Aufforderung zur Liebe in einer deiner Beziehungen annehmen?
07Lukas 24:13–35 · L1912Raum für deine Fragen
BIBELTEXT · L1912
13Und siehe, zwei aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Wegs weit; des Name heißt Emmaus.
14Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.
15Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich miteinander, nahte sich Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen.
16Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten.
17Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig?
18Da antwortete einer mit Namen Kleophas und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darin geschehen ist?
19Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus von Nazareth, welcher war ein Prophet mächtig von Taten und Worten vor Gott und allem Volk;
20wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuzigt.
21Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist.
22Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind früh bei dem Grabe gewesen,
23haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe.
24Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn sahen sie nicht.
25Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben!
26Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?
27Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren.
28Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hineingingen; und er stellte sich, als wollte er weiter gehen.
29Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.
30Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen.
31Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.
32Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete?
33Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren,
34welche sprachen: Der HERR ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.
35Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach.
Leseimpuls · Eigene Gedanken, getrennt vom Bibeltext
Die beiden auf dem Weg nach Emmaus erzählen von einer Hoffnung, die für sie gescheitert ist. Jesus lässt sie berichten und erschließt ihnen dann die Schrift. Sie laden den Fremden ein zu bleiben; beim Brechen des Brotes erkennen sie ihn und kehren nach Jerusalem zurück. Achte auf den Richtungswechsel: Weggehen wird zu Zurückkehren, Enttäuschung zu einer Nachricht, die sie teilen möchten. Das Gespräch auf dem Weg gehört zu dieser Veränderung.
ZUM NACHDENKEN
Welche enttäuschte Hoffnung würdest du in einem solchen Gespräch aussprechen? Welche Frage möchtest du beim Weiterlesen offenhalten?